Schlaue Fellpflege bei alten Katzen

Copyright: Marion Friedl

Zehn Katzenjahre sind etwa 56 Menschenjahre – und wer in die Jahre kommt, der wird auch etwas ungelenkiger. Das wirkt sich auch auf die Fellpflege bei alten Katzen aus. Wer sich nicht mehr so gut drehen und wenden kann und wenn es zwickt und zwackt, sind manche Stellen am Körper einfach schwer zu erreichen. Eine Plagerei ist das… Also fällt die Fellpflege bei alten Katzen etwas schlampiger aus. Wie gut, wenn der Mensch die Seniorkatze nun unterstützt.

Bürste, Kamm und Lachsöl

Es kommt häufig vor, dass das Fell der alten Katze struppiger als früher aussieht. Manchmal schuppt und juckt es auch oder es bildet sich die eine oder andere Verfilzung. Ertappt! Das liegt zum einen an der geringeren Fellpflege bei alten Katzen und zum anderen könnten der betagten Samtpfote auch Vitamine und Spurenelemente fehlen. Frauchen oder Herrchen sollten jetzt mit der Bürste helfen und Verfilzungen mit dem Kamm lösen oder notfalls heraus schneiden. Zusätzlich kann man ein Nahrungsergänzungsmittel anbieten, wie etwa hochwertiges Lachsöl. Das pflegt nicht nur Haut und Fell, sondern auch die Gelenke, das Herz und das Immunsystem.

Der Pflegehandschuh regt die Durchblutung an

Ergänzend zum Bürsten kommt eine Streichelmassage mit dem Pflegehandschuh gut an: Eine weiche Seite verleiht dem Fell Glanz und die genoppte Seite spendiert eine wohltuende Massage, die auch die Durchblutung der Haut anregt, was wiederum dem Haarkleid zugute kommt. Im Alter ist die Haut nämlich nicht mehr so gut durchblutet und auch weniger elastisch. Und Achtung: Seniorenhaut ist anfälliger für Krankheitserreger, Hautentzündungen und Pilzerkrankungen.

Ungeziefer rücken alten Katzen gerne auf den Pelz

Dass Katzen im Alter etwas nachlässiger werden bei der Fellpflege, wird von Parasiten geschätzt. Sie nutzen dies schamlos aus und machen sich gerne auf der Katze breit. Deshalb sollte Mieze sorgsam auf Flöhe, Zecken, Milben und Läuse  untersucht werden. Wird ein Lästling entdeckt, muss er natürlich weg. Die Zeckenzange sollte also parat liegen. Wenn das Katzenfell ohnehin zu wünschen übrig lässt, sollte man sich bei der Prophylaxe (z.B. Ungeziefer-Spot On, spezielle Halsbänder) sowie bei Bädern oder Lotionen gegen die Parasiten mit dem Tierarzt beraten. Schließlich soll das Haarkleid nicht mehr strapaziert werden als nötig.

Senioren-Futter ist Fellpflege von innen

Schon mit der richtigen Ernährung kann man zur Fellpflege bei alten Katzen viel Gutes beitragen: Alte Katzen brauchen weniger Energie und deshalb sollte das Futter kalorienärmer sein. Stattdessen sollte das Katzenfutter mehr Vitamine, Proteine (tierisches Eiweiß) und Spurenelemente enthalten, denn genau das benötigen Senioren vermehrt. Leichte Kost ist beispielsweise Hühnchen. Leckermäulchen freuen sich über Lachs oder Thunfisch mit wertvollen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die gut für Haut und Haare sind. Vitamine stecken natürlich in Gemüsebeilagen oder auch in einer Vitaminpaste.

Alte Katzen sollten der Haut zuliebe mehr trinken

Ein großes Augenmerk sollte auf den Wassernapf gelegt werden. Eine trockene Haut deutet auch auf Flüssigkeitsbedarf hin. Deshalb ist es wichtig, dass die Katzensenioren genug trinken. Für Trinkmuffel eignet sich übrigens Nassfutter besser als Trockenfutter. Das Nassfutter liefert schon mal ein wenig Flüssigkeit beim Fressen. Tipp: Ein Brunnen kann zum Trinken animieren.

Die Krallen nicht vernachlässigen

Auch die Krallen freuen sich über genug Flüssigkeit, aber sie brauchen im Alter ein wenig mehr Pflege, denn sie werden spröde und brüchiger als in jungen Jahren. Und das liegt am veränderten Bewegungsverhalten der Katze: Sie läuft nicht mehr so viel oder so weit und schärft sich womöglich auch die Krallen nicht mehr so häufig. Das lässt sie nicht nur brüchig werden, sondern auch wachsen. Zu lange Krallen sollten mit der Krallenschere gekürzt werden. Wer sich das nicht zutraut, kann es beim Tierarzt erledigen lassen. Mit ihm kann man auch besprechen, ob die Katzenkrallen ein wenig Biotin benötigen. Deshalb: Zur Fellpflege bei alten Katzen gehört auch der Blick auf die Krallen, denn abgebrochene, abgerissene oder eingewachsene Krallen schädigen die Haut an den Pfoten, in der ja bekanntlich die Haare sitzen.

Haarballen: Katzengras und Malz-Paste

Zu guter Letzt sollten Sie auch weiterhin Katzengras anbieten – auch wenn die Fellpflege bei alten Katzen nicht mehr so intensiv betrieben wird. Es wird trotzdem geleckt, gezupft, gekratzt und gebissen. Und das bedeutet: Auch alte Katzen verschlucken Haare und brauchen Katzengras, um die Haarballen leichter hervor zu  würgen. So manche alte Katze benötigt sogar mehr: Hilfreich ist eine Malzpaste oder als Alternative Malzleckerlis. Text/Foto: Marion Friedl

About

Ich heiße Marion Friedl und bin Tierpsychologin und Journalistin. Mehr Infos gibt es übrigens auf der Seite: Über mich.

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